Kulturgut auf allen Märkten

Die Bürgerinitiative kulturgutEssen geht unbeeindruckt in die nächste Runde. Im Anschluss an die Vorstellung der Studie am Freitag werden die Vertreter der Initiative in der Innenstadt Unterschriften sammeln. Richtig losgelegt wird am Samstag, wenn ab 10 Uhr auf allen Märkten der Stadt gesammelt wird. Auch am verkaufsoffenen Sonntag in Frohnhausen wird die Initiative präsent sein.

Mit Hilfe seiner Studie will der Oberbürgermeister den Rat in seine Schranken weisen und das Bürgerbegehren für unzulässig erklären lassen.

Vertretungsberechtigte Anabel Jujol: „Wir sind zornig über das Vorgehen der Stadt, die unserem Engagement ein ums andere Mal Knüppel zwischen die Beine wirft. Manche Unterstützer sind verunsichert, andere sagen ‚Jetzt erst recht‘. Wir wollen deshalb an diesem Wochenende ein starkes Signal senden, dass es noch lange nicht vorbei ist mit kulturgutEssen. Darum gilt für uns: Samstag ist Markttag!“

Die Initiative erinnert nochmals daran, dass eine Studie, zu der es immer eine Gegenstudie geben kann, kein Urteil ersetzt.

…sammeln geht über studien

Der OB hat sich eine Studie bestellt. Ergebnis, nach Presseberichterstattung sinngemäß zusammengefasst:
Der Bürgermeister ist (im Gegensatz zum Rat?) demokratisch gewählt, und deshalb darf er sich für allerhand zuständig fühlen, was bisher als Recht des Rates galt.
Und da dürfen ihm die Bürger (also wir) nicht reinreden.
Genauso wie der Rat.

Wir von kulturgutEssen werden nicht über den Ausgang dieses laufenden Rechtsstreites spekulieren, sondern unverdrossen weiter sammeln. Wir sind gespannt auf den Text der Studie, die wohl am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Und auch auf den der Gegenstudie, die sicher alsbald aus dem Rat in Auftrag gegeben wird. Am Ende wird es vermutlich vom Gericht entschieden.

Wie auch immer: wir machen weiter!

http://www.derwesten.de/staedte/essen/ob-liegt-im-machtkampf-vorn-id7689551.html

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Aufruf zur zweiten Halbzeit

kulturgutEssen sucht weiter engagierte Unterstützer

Etwa zwei Drittel der benötigten Unterschriften sind gesammelt. Dennoch liegt weiter viel Arbeit vor der Initiative. Da vom Wahlamt immer auch Unterschriften aussortiert werden, ist außerdem ein Polster an zusätzlichen Unterschriften notwendig. Die Bürgerinitiative kulturgutEssen ruft deshalb nochmals dazu auf, das Bürgerbegehren gegen Kürzungen bei kulturellen Bildungseinrichtungen zu unterstützen.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Einsatz und Ehrgeiz der richtigen Sache dienen.“ so Vertretungsberechtigter Achim Schräder. „Die veränderten Listen haben zum Teil für Verwirrung gesorgt. Darum möchten wir alle Bürger daran erinnern, dass das Begehren noch bis zum 25. April läuft.“ erklärt Vertretungsberechtigte Anabel Jujol.

Die Initiative freut sich auch besonders über die Unterstützung vieler freier Kulturträger und zitiert aus einer Stellungnahme des Kulturzentrums Grend e.V.: „Das GREND unterstützt das Bürgerbegehren ‚Kulturgut’ in dem Bewusstsein, dass die seit Jahren und aktuell stattfindenden Kürzungen in der kommunalen Breitenkultur kontraproduktiv sind und dem Bildungs- und Kulturstandort Essen ernsthaft schaden.“

Durch den Fehler der Stadtverwaltung lag eine falsche Berechnung der Kosten vor, die durch die Weiterführung der Angebote bei den betroffenen Kultureinrichtungen entstehen. Initiatoren von Bürgerbegehren sind verpflichtet, diese Kosten aufzuführen.
Nach der neuen Berechnung der Stadtverwaltung sind es nicht mehr 2,2 Millionen, sondern nur knapp eine Million Euro, die die Stadt weiter jährlich investieren muss, wenn die Kürzungen nicht durchgeführt werden. Mit der Abgabe einer neuen Kostenschätzung durch die Stadt hat sich auch der Abgabetermin verschoben. Die Unterschriften müssen erst am 25. April 2013 eingereicht werden.

Nach aktuellen Schätzungen hat die Bürgerinitiative fast 10.000 Unterschriften zusammen. Die drei Vertretungsberechtigen erklären übereinstimmend: „Wir werden weiter Unterschriften sammeln, um die uns gesetzte Hürde von 14.400 Unterschriften bis zum 25. April mit Leichtigkeit zu überspringen. Der Zuspruch der Essener Bürger bei unseren Aktionen, zuletzt in der Kulturlinie 107 und bei der langen Nacht der Bibliotheken, macht uns da ganz optimistisch.“

…dein kulturgut – wilder als du denkst!

Sammelaktion zur langen Nacht der Bibliotheken

Freitagabend wird es wild in den Bibliotheken in NRW. Das versprechen die Initiatoren der „Langen Nacht der Bibliotheken“. Die Bürgerinitiative zum Schutz der Essener Kultureinrichtungen „kulturgut­Essen“ ist mit dabei und sammelt Unterschriften.

Vertretungsberechtigte Anabel Jujol: „Wild soll es werden, weil man neues und unerwartetes ausprobieren kann in der Bibliothek. Unser Angebot dazu heißt mitreden, mitbestimmen. Dafür sind Bürgerbegehren da und dafür sind wir an dem Abend vor Ort.“

Aktuelle Brisanz bekommt die Aktion des Bürgerbegehrens, weil der Deutsche Kulturrat grade die Essener Stadtbibliothek in der aktuellen Ausgabe seines Magazins auf die Liste der bedrohten Kultureinrichtungen gesetzt hat. Grund sind Stellenstreichungen.

Jujol weiter: „Die Kultureinrichtungen unserer Stadt dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Das Bürgerbegehren kulturgutEssen setzt zwar nur an einem Teil der Essener Kulturlandschaft an. Die Botschaft ist aber: Keine weiteren Kürzungen im Kulturbereich. Auch nicht bei den Bibliotheken. Es reicht!“

Weitere Informationen zur langen Nacht der Bibliotheken: http://www.nachtderbibliotheken.de/

Die aktuelle Ausgabe des Magazins Politik & Kultur, der Beitrag zu bedrohten Kultureinrichtungen dort auf Seite 13: http://www.kulturrat.de/puk/puk02-13.pdf

 

…kulturgutEssen entert Kulturlinie 107

Es ist Freitagnachmittag am Essener Rathaus. Auf der U-Bahn-Ebene steht plötzlich eine Gruppe. Etwa 10 Menschen in weißen T-Shirts. Darauf das Logo: „kulturgutEssen – ein Bürgerbegehren“. Mit Klemmbrettern in der Hand wenden sie sich an die Wartenden: „Sind Sie aus Essen?“ „Möchten Sie vielleicht für die Essener Kulturlandschaft unterschreiben?“ „Eine Unterschrift gegen Kulturkürzungen?“.

Das Echo der Wartenden ist überwiegend positiv. Die meisten freuen sich, dass sich jemand für die kulturellen Einrichtungen einsetzt und unterschreiben sofort. „Ich würde gern, wohne aber nicht in Essen,“ ist noch der häufigste Ablehnungsgrund. Besonders freuen sich die Aktiven, wenn Angesprochene spontan ihre Unterstützung zusagen, über die Unterschrift hinaus.

„Sich gemeinsam zu engagieren macht auch einfach Spaß. Wir wollen die Zukunft der Stadt aktiv mit gestalten. Es ist unsere Stadt!“ sagt Anabel Jujol, eine der Vertretungsberechtigten.

Kurz darauf fährt eine Straßenbahn ein. Es ist die 107. Die ‚Kulturlinie‘. „Das ist unsere!“ ruft Jujol. Und so entert gut die Hälfte der Aktiven die Straßenbahn nach Norden, Richtung Zollverein. Die Anderen warten noch am gegenüberliegenden Bahnsteig auf die Bahn nach Süden, Richtung Philharmonie. Das Sammeln geht weiter.

Einige bereits feststehende Sammeltermine der näheren Zukunft: Freitagabend ab 18h wird bei der AWO in Altendorf gesammelt, am Samstag ab 10h auf dem Gervinusplatz in Frohnhausen, am Sonntag ab 16:30 vor der Weststadthalle. Besonders zur „Langen Nacht der Bibliotheken“ wird sich die Initiative etwas einfallen lassen. Entscheidend für den Erfolg des Bürgerbegehrens sind aber die vielen Freiwilligen, die überall in Essen unabhängig voneinander in ihrem Umfeld sammeln.