….der falsche weg

Kostengünstige Bildungs- und Kulturangebote – wie sie insbesondere Volkshochschule und Folkwang-Musikschule bereitstellen – sind essenziell.

Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden gesellschaftlichen , Spaltung zwischen Arm und Reich, einer um sich greifenden Entfremdung zwischen bildungsaffinen und bildungsfernen Milieus ist es wichtig, allen Menschen die Möglichkeit offenzuhalten, sich weiterbilden zu können, ohne dabei zu tief in den Geldbeutel greifen zu müssen. Die jüngsten Diskussionen und Querelen um den Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg verdeutlichen, dass prestigeträchtige Großprojekte nur zu oft auf Sand gebaut sind. Ihre Kosten sind häufig deutlich höher, als ursprünglich veranschlagt.

Auch die laufenden Kosten der Essener Messe sind in diesem Atemzug zu nennen. Mir ist es unverständlich, wenn Städte und Gemeinden Stellen in Bildungs- und Kultureinrichtungen streichen und – auf der anderen Seite der Waage – grobschlächtige Großprojekte bezuschussen.
Mit unserer musikalischen Lesung vom 18. Januar im Falkenhaus Phoenix wollten wir – das Bündnis „Essen kriegt die Krise“ – zeigen, wie zentral kulturelle Angebote sind, wie sehr sie das Leben in einer Stadt hin zum Positiven beeinflussen.

Jedem Kind sollte es offenstehen, sich der Musik zu nähern, ohne dass die Erziehungsberechtigten dafür zu tief in die Tasche langen müssen.

Wer weiß, vielleicht wächst ja der nächste Peter Rollke – der (Arbeiter-)Liedermacher, der das Publikum im Phoenix begeisterte – auf der Folkwang heran? Pompöse Riesenbauten à la „unser großes, tolles Stadttheater“ sind da zumeist wenig hilfreich. Kultur sollte es nicht bloß für ein finanzstarkes Freitagabend-Publikum geben; sie ist Sache aller Menschen.
Deshalb sollte jeder und jede Zugang zu ihr haben. Kultur – sei es in Form der Literatur, der Musik, der Malerei – gedeiht dort, wo Menschen sind, die ihre Gefühle und Meinungen künstlerisch ausdrücken können. Für eine facettenreiche Kulturlandschaft braucht es jede(n) Einzelne(n). Dies gilt nicht nur für die Künstler und Künstlerinnen, sondern auch für deren Publikum, wenn es sich auch jenseits des Mainstreams für kulturelle Angebote begeistern will.

Die Kürzungen im Bildungs- und Kulturbereich, beschlossen vom Rat der Stadt Essen am 28. 11. 2012, sind der falsche Weg.

Vincent Knopp (aktiv im Bündnis „Essen kriegt die Krise“, Bildungsreferent SJD – Die Falken)

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