Liebe Essener Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Rat der Stadt Essen hat erneut Kürzungen im Kultur- und Bildungsbereich beschlossen, nach dem durch die Vorbereitung eines Bürgerbegehrens die Bibliotheken erfolgreich geschützt wurden. Wir setzen uns dafür ein, dass diese erneuten Kürzungen zurückgenommen werden. Der kulturelle Bildungsbereich der Stadt ist am Limit.
Es dürfen keine weiteren Mittel gestrichen werden. Besonders, weil die betroffenen Einrichtungen ihre Angebote bereits in der Vergangenheit wegen verschiedenen Kürzungsrunden einschränken mussten.

Das sind vor allem die Volkshochschule Essen, die Folkwang Musikschule und das Stadtarchiv mit dem Haus der Geschichte. Um das Angebot dieser wertvollen Einrichtungen zu schützen, haben wir die Bürgerinitiative „kulturgutEssen“ ins Leben gerufen.

Diese Kürzungen gehen direkt zu Lasten vieler Menschen in dieser Stadt: Die Angebote der Volkshochschule sind für viele oft die einzige bezahlbare Chance, ihren Schulabschluss nachzuholen oder sich durch Weiterbildungen zu qualifizieren. Darüber hinaus sind insbesondere die Sprachkurse für die Integration von Bürgern
mit Zuwanderungshintergrund sehr wichtig. Vielen Kindern bietet die Folkwang Musikschule die Möglichkeit zum Erlernen eines Instruments, des Theaterspiels oder andere musische Fähigkeiten zu entwickeln.

Wie Sie vielleicht aus der Presse erfahren haben, möchte der Oberbürger­­­meister das Bürgerbegehren am liebsten für unzulässig erklären lassen. Deshalb hat er sich ein teures Gutachten bestellt. Ein Gutachten ist aber nicht rechtsverbindlich und ersetzt kein Gerichtsurteil. Darum ist – Stellungnahme hin, Studie her – auch nichts entschieden. Es ist jetzt sehr wichtig, dass wir mit kulturgutEssen ein starkes Signal an die Stadtspitze senden. Jede Unterschrift zählt.

Essen ist eine Stadt mit einer traditionsreichen Arbeiter- und Zuwanderergeschichte, in der die soziale Schere bedenklich auseinander geht. Umso wichtiger ist es, dass Zugang zu Kultur und Bildung allen Bürgern gleich-berechtigt offen steht. Das wäre ein Zeichen sozialer Gerechtigkeit und sozialer Verantwortung in der Politik.

Darf eine Stadt sich Kulturhauptstadt nennen und nur drei Jahre später ihre wertvollen Kultureinrichtungen opfern? Ist so ein „Kürzungszwang“ alternativlos? Es ist die Bundespolitik, die finanzpolitische Entscheidungen zu Lasten der Kommunen trifft, aber gleichzeitig genug Gelder bereit hält um marode Banken zu retten oder in Rüstung zu investieren.

Keine politische Entscheidung, auch nicht die Kürzung des Kulturetats, ist alternativlos.

Nur noch bis zum 25. April 2013 sammeln wir Unterschriften. Erreichen wir die nötigen 14.000 Unterschriften, kommt es zu einem Bürgerentscheid. Dann kann jeder Bürger an der Wahlurne entscheiden, was ihm kulturelle Bildung in Essen wert ist. Ein Bürgerbegehren ist ein wichtiges Mittel der Demokratie. Denn Demokratie stellt an uns alle die Frage: Wie wollen wir leben? Durch ein Bürgerbegehren können Sie dies mitbestimmen.

Ich appelliere an Sie, den Antrag zum Bürgerbegehren zu unterzeichnen!

Wir benötigen ca. 14.000 gültige Unterschriften. Wir müssen in der kurzen verbleibenden Zeit sehr intensiv sammeln. Ein Formular liegt diesem Brief bei. Die in Druckbuchstaben ausgefüllten Unterschriftenlisten können Sie an mich zurücksenden oder bei einer der zahlreichen Sammelstellen* abgeben. Ich freue mich, wenn Sie weitere Listen anfordern und selbst in Ihrem Umfeld sammeln möchten. Für Fragen stehe ich gerne telefonisch zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen
Anabel Jujol
Vertretungsberechtigte „KulturgutEssen“

Anabel Jujol | Metzendorfstraße 77 | 45149 Essen  | 0201 – 7101877 | www.kulturgutessen.de | www.facebook.com/Kulturgutessen

*Infos zu Sammelstellen und mehr:
http://kulturgutessen.de/an-folgenden-orten-konnen-die-listen-unterschrieben-werden/

PS: Unterzeichnen dürfen alle, die mindestens 16 Jahre alt sind, in Essen leben und die deutsche oder die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes haben.

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